Abriss- und Rückbaukonzepte

Zweitägiger Praxis-Lehrgang für Bodenmanagement und Flächenrecycling

Für Anmeldungen die im Zeitraum 24. März bis 1. August 2020 eingehen, sind Umbuchungen und Stornierungen kostenfrei möglich!

Seit dem Inkrafttreten des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (01.06.2012) gilt auch im Gebäuderückbau das Gebot zur Vermeidung nicht wiederverwertbarer Abfälle. Die Vermeidung nicht wiederverwertbarer Rückbaumaterialien ist jedoch nicht nur eine rechtliche Verpflichtung. Hochwertige Recyclingbaustoffe stellen ein Wirtschaftsgut dar, dessen Bedeutung künftig weiter steigen wird.

Neue Maßstäbe in der Abfallverwertung sind mit dem Bundes-Bodenschutzgesetz und der Bodenschutz- und Altlastenverordnung, die für die Verwertung eine Priorität vor der Entsorgung nach Abfallrecht fordern, gesetzt.

Die Effizienz geeigneter Rückbauverfahren, die hochwertige Verwertungen ermöglichen, wird somit auch zu einem wesentlichen Kostenfaktor der Rückbaumaßnahme. Dabei kann das Wissen um herkömmliche und das Erkennen davon abweichender Baukonstruktionen eine wichtige Hilfestellung sein.

Anhand einer detaillierten Aufnahme der Baucharakteristika und der Abschätzung möglicher Bauschäden und Altlasten an oder in den Rückbauobjekten können wirtschaftliche Konzepte abgeleitet werden. Bauherr, Rückbaukonzeptersteller und Bauleiter stehen vor der Aufgabe, baubegleitend zur Rückbaumaßnahme eine Qualitätsüberwachung der einzelnen Rückbauchargen nach Sortenreinheit und Chemismus vorzunehmen.

Ziele

Der zweitägige Workshop zeigt auf, wo Schad- und Gefahrstoffe in der Bausubstanz vorhanden sein können, dass ein selektiver Rückbau die Qualität der entstehenden Materialchargen beeinflusst, wie in Zusammenarbeit mit einschlägigen Fachleuten die Arbeitssicherheit (z. B. bei Asbest) gewährleistet werden kann und dass abfalltechnische Grundkenntnisse für eine kosteneffiziente Rückbaumaßnahme unverzichtbar sind.

Inhalte

  • Überblick über die Umweltgesetze
  • Kreislaufwirtschaftsgesetz / elektronische Nachweisverordnung
  • Bundes-Bodenschutzgesetz
  • Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung
  • Behördliche Vorgaben / Auflagen bei der Entsorgung
  • Historische Erkundung des Objektes
  • Sachkunde schadstoffhaltiger Baumaterialien
  • Aufnahme Baucharakteristik, „kleine Baustoffkunde”
  • Bauwerksbeprobung / LAGA PN 98 / Deklarierung von Rückbaumaterialien / Abfällen
  • Verwertung von Bauabfällen / Qualitätsmerkmale RC-Baustoffe
  • Zielsetzung und Grenzen eines selektiven Rückbaus
  • Rückbaukonzepte / Rückbauverfahren
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

 Praxisteil:

  • Erstbegehung zum Rückbau anstehender Gebäude
  • Präsentation und Einsatz von Probenahmetechnik
  • Erfassung nutzungsspezifischer und baustoffimmanenter Verdachtsbereiche
  • Massenbilanzierung, Berechnung, Konzepterstellung

Referenten

  • Dipl.-Geogr. Jens-Henning Müller, freiberuflicher Gutachter und Fachbauleiter, SiGe-Koordinator für Tief- und Rückbaumaßnahmen, Münster

Unterrichtszeiten

1. Tag: 9.30 - 17.00 Uhr*

2. Tag: 8.30 - 16.30*

Täglich eine Mittags- und zwei Kaffeepausen

Ablaufplan

Ablaufplan
1. Tag
09:30

Workshopbeginn, Einführung

09:35

Historische Erkundung
Bodenbeprobung / Bauwerksbeprobung

  • BbodSchV
  • Erstellung Beprobungsplan
    • Arbeitsschutz
    • Auswahl der zu untersuchenden Parameter
    • Anzahl der Proben
    • Auswahl der Proben
    • Festlegung Probenahmepunkte
    • Probenmenge
  • Qualifikation Probenehmer
  • LAGA PN 98JDeklarierung Bodenaushub / Deklarierung Bauschutt
  • Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz
  • Sachkunde schadstoffhaltiger Baumaterialien
    • Asbest
    • Künstliche Mineralfasern
    • Altholz
    • Abfälle aus Elektroinstallation, Elektroaltgeräte
    • Dachbahnen, Dichtungen, Kleber
    • Taubenkot
13:00 Mittagspause
14:00

Aufnahme Baucharakteristik

  • „Kleine Baustoffkunde“ zur Abschätzung/Zuordnung von Bau und Schadstoffen in der Baukonstruktion
  • Abschätzung von Einwirkung aus den Abbruchtätigkeiten auf die Gebäudestatik
  • Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen
17:00 Ende des Veranstaltungstages
2. Tag
08:30

Erstbegehung sowie Aufnahme nutzungsspezifischer und baustoffimmanenter Verdachtsbereiche in einem ersten Beispielobjekt

10:00

Erstbegehung sowie Aufnahme nutzungsspezifischer und baustoffimmanenter Verdachtsbereiche in einem zweiten Beispielobjekt

11:30

Präsentation der Gerätschaften für die Probenahme

12:00 Mittagspause
13:00

Auswertung bei der Gebäudeaufnahmen

14:00

Zielsetzung und Grenzen des selektiven Rückbaus

  • Rückbaukonzepte und Rückbauverfahren
  • Rückbaubegleitung
  • Abfälle/abfallrechtliche Überwachung
  • Verwertung von Böden
  • Verwertung von Bauabfällen/Qualitätsmerkmale von RC- Baustoffen
  • Fallbeispiel Rückbau- und Entsorgungskonzept
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
16:30 Ende des Workshops und Ausgabe der Zertifikate

Termine

*Online-Live-Seminar: Um an der Schulung aktiv teilnehmen zu können, ist ein internetverbundenes Endgerät (Laptop, PC oder Tablet) mit Lautsprechern und Mikrophon (meist Teil der Webcam) Voraussetzung. Eine Webcam (Kamera) ist Pflicht für staatlich anerkannte Lehrgänge.

Seminargebühren

  • Seminargebühr:
    685,00 € zzgl. MwSt.
In der Gebühr sind ausführliche Seminarunterlagen, Erfrischungsgetränke, Kaffee, Gebäck sowie Pausensnacks enthalten.

Termine in München in Kooperation mit der Wittmann Entsorgungswirtschaft GmbH

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