Betriebsbeauftragter für Immissionsschutz - Immissionsschutzbeauftragte/r

Staatlich anerkannter viertägiger Lehrgang zum Erwerb der Fachkunde gemäß § 7 Nr. 2 der 5. BImSchV als Voraussetzung für die Bestellung als Immissionsschutzbeauftragte/r (§ 53 BImSchG) und für die Anzeige bei der zuständigen Behörde (§ 55 BImSchG)

Für Anmeldungen die im Zeitraum 24. März bis 1. August 2020 eingehen, sind Umbuchungen und Stornierungen kostenfrei möglich!

Der Lehrgang ist durch das Regierungspräsidium Darmstadt staatlich anerkannt und somit bundesweit gültig.

Ein Betriebsbeauftragter für Immissionsschutz (Immissionsschutzbeauftragter) ist nach § 53 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zu bestellen, wenn dies nach der Art und Größe der betriebenen genehmigungsbedürftigen, emissionsverursachenden Anlagen erforderlich ist. Die zuständige Behörde kann ggf. anordnen, dass mehrere Immissionsschutzbeauftragte zu bestellen sind.

Die Beauftragung bzw. Bestellung ist vom Betreiber der Anlage schriftlich vorzunehmen und die Tätigkeiten des Immissionsschutzbeauftragten sind präzise zu definieren. Die Aufgaben des Immissionsschutzbeauftragten liegen im Wesentlichen in den Bereichen Beratung und Information. Bei Nichtbestellung eines Störfallbeauftragten hat er auch Kontrollfunktionen hinsichtlich der verursachten Emissionen (§ 54 BImSchG) wahrzunehmen. Der Immissionsschutzbeauftragte trägt die Verantwortung für die ihm obliegenden Aufgaben und Pflichten gegenüber dem Unternehmer. Der Beauftragte kann Maßnahmen vorschlagen, besitzt aber keine unmittelbare Weisungsbefugnis gegenüber anderen Mitarbeitern.

Voraussetzung für die Bestellung zum Immissionsschutzbeauftragten ist u. a. der Erwerb der Fachkunde in einem staatlich anerkannten Lehrgang.

Durch die Bestellung zum Immissionsschutzbeauftragten erlangt die beauftragte Person einen Sonderkündigungsschutz. Das bedeutet, dass sie nur außerordentlich aus wichtigem Grunde gekündigt werden kann (§ 58d BImSchG). Im Organigramm wird der Betriebsbeauftragte für Immissionsschutz der „Stabsstelle“ zugeordnet. Immissionsschutzbeauftragte sind im Wesentlichen informierend und unterstützend tätig.

Zielgruppe

  • Fach- und Führungskräfte, die Aufgaben in diesem
    Bereich wahrnehmen und als Betriebsbeauftragte für Immissionsschutz bestellt werden.
  • Führungskräfte, die Aufgaben in diesem Bereich
    kontrollieren oder delegieren.
  • Fachkräfte, die am Aufbau von Umweltmanagement-
    systemen mitwirken und erweiterte Grundkenntnisse zu Anforderungen an den betrieblichen Immissionsschutz benötigen.

Inhalte

  • Einführung in das Bundes-Immissionsschutzgesetz und erlassene Verordnungen
    Begriffsdefinitionen, Systematik, Regelungsinhalte, Verhältnis des deutschen Immissionsrechts zu den europäischen Regelungen, Umsetzungssystematik
  • Aufgaben der Immissionsschutzbeauftragten
    Unternehmenssicht, Theorie und Praxis der Beauftragten, Pflichten, Rechte, Chancen und Hindernisse
  • Energieeinsparung ist Immissionsschutz
    Sparsame und effiziente Verwendung von Energie, Energieeinsparpotenziale in Büro und Produktion
  • TA-Luft – Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft
    Regelungsinhalte, Geltungsbereich, Systematik der Anwendung, Anhänge
  • Emissionsüberwachung und Immissionsminderung
    Eigenüberwachung der Emissionen, Techniken und Praxis der Emissionsüberwachung für Stäube und dampf- bzw. gasförmige Stoffe, Praxis der Emissionsmessung mit Gerätevorführung, Emissionserklärung (11. BImSchV)
  • Umwelterhebliche Eigenschaften von Erzeugnissen, Verfahren zur Wiedergewinnung und Wiederverwertung
  • Emissionsminderungstechniken
  • Haftungsfragen und Verantwortlichkeiten im betrieblichen Umweltschutz
  • Chemische und physikalische Eigenschaften der Stoffe
    Schadstoffarten und -klassen, Wirkung der Schadstoffe auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Sachgüter
  • Vorbeugender Brand- und Explosionsschutz
    Technische und organisatorische Maßnahmen
  • Geräusche, Lärm
    Wirkung auf den Menschen, Definition von akustischen Größen
  • TA-Lärm
    Einschließlich physikalischer Grundlagen, Berechnungen, Beurteilung von Geräuschen, Messtechnik nach TA-Lärm, Durchführung der Messung
  • Erschütterungen
    Wirkung auf den Menschen. Messung und Beurteilung
  • Grundlagen des Abfallrechts, Abfalleinstufung
    Vermeidung sowie ordnungsgemäße und schadstofflose Verwertung von Abfall, Beschreibung möglicher Abfallstoffe (umwelterhebliche Eigenschaften, Mengen und Konzentrationen)
  • Abfallwirtschaft im Kraftwerk
    Thermische Verwertung, Reinigung der Abgase
  • Einsatz von Sekundärbrennstoffen
    Beispiel Zementindustrie, Entstehung und Lagerung von Abfall – Bezug zur 4. BImSchV
  • Genehmigungsverfahren nach dem BImSchG
    Anlagenbegriff, Vorgespräche
  • Antragsunterlagen, Verfahrensablauf, Rechtsschutz
  • Abwasserprobleme bei BImschG genehmigten Anlagen
    Fallbeispiele, z. B. Wasseraufbereitung für Kühlwasser, Betriebswasser sowie Rauchgasreinigung von Feuerungsanlagen
  • Minderung von Lärmemissionen
    Technische Maßnahmen zur Minderung, planerische Instrumente, baulicher Schallschutz bei Industrieanlagen, Fallbeispiele erläutert anhand von Diapositiven
  • Lärmkarten im gebietsbezogenen Lärmimmissionsschutz

Referenten

  • Dipl.-Ing. MSc. Matthias Hugo, Senior Manager EHS, Grace Europe Holding GmbH, Worms
  • Dipl.-Ing. Martin Heirich, Müller-BBM GmbH, Gelnhausen
  • Dipl.-Ing. (FH) Guido Fömmel, Guido Fömmel, Technische Hochschule Bingen, Fachbereich 1 - Life Sciences and Engineering
  • Dipl.-Ing. Rainer Heep, ehem. Evonik Technology & Infrastructure GmbH, Leiter Brandschutz Hanau
  • Dipl.-Ing. Tillmann Küpper, Oberinspektor, Regierungspräsidium Darmstadt, Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt, Wiesbaden
  • Dipl.-Phys. Andreas Schütte, as Immissionsberatung, Kelkheim
  • Dipl.-Ing. Manfred Szczesny, Merck KGaA
  • Walter Baumann, G+H Schallschutz GmbH, Ludwigshafen
  • Roland Jöckel, Sachverständiger für Schallschutz, Mannheim
  • Marion Ruppel, Dezernat 42.2 - Kommunale Abfallwirtschaft/Abfallentsorgungsanlagen;
    Regierungspräsidium Gießen
  • Dr. Alfred Stapelfeldt, Rechtsanwalt / Partner, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Lehrbeauftragter für Umweltrecht, Wiesbaden.

Unterrichtszeiten

1. Tag: 10.00 - 17.00 Uhr
2. & 3. Tag: 08.30 - 18.00 Uhr
4. Tag: 08.30 - 16.45 Uhr

Täglich eine Mittags- und zwei Kaffeepausen

Ablaufplan

Ablaufplan
1. Tag
10:00

Einführung in das Bundes-Immissionsschutzgesetz und erlassene Verordnungen
Begriffsdefinitionen, Systematik, Regelungsinhalte

Verhältnis vom deutschen Immissionsrecht zu den euro-päischen Regelungen, Umsetzungssystematik

13:00 Mittagspause
14:00

Aufgaben der Immissionsschutzbeauftragten aus der Sicht des Unternehmens
Theorie und Praxis der Beauftragten: Pflichten, Rechte, Chancen und Hindernisse

15:30 Kaffepause
15:45

Energieeinsparung ist Immissionsschutz
Sparsame und effiziente Verwendung von Energie, Energieeinsparpotenziale in Büro und Produktion

Dipl.-Ing. Norbert Nowak, Neuberg, ehem. Evonik Industries AG, Hanau

17:00 Ende des Veranstaltungstages
2. Tag
08:30

TA-Luft: Techn. Anleitung zur Reinhaltung der Luft
Regelungsinhalte, Geltungsbereich, Systematik der Anwendung, Anhänge

10:00 Kaffepause
10:15

Emissionsüberwachung und Immissionsminderung

  • Eigenüberwachung der Emissionen
  • Techniken und Praxis der Emissionsüberwachung für Stäube und dampf- bzw. gasförmige Stoffe
  • Praxis der Emissionsmessung mit GerätevorführungEmissionserklärung (11. BImSchV)

Dipl.-Ing. Martin Heirich, Müller-BBM GmbH, Gelnhausen

12:00 Mittagspause
13:00

Umwelterhebliche Eigenschaften von Erzeugnissen, Verfahren zur Wiedergewinnung und Wiederverwertung

Dipl.-Ing. Norbert Nowak, Neuberg, ehem. Evonik Industries AG, Hanau

14:30 Kaffepause
14:40

Emissionsminderungstechniken

Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Glauche, Facility Management Beratung, Rödl & Partner GbR, Nürnberg, Leiter des Richtlinienwesens GEFMA Deutscher Verband für Facility Management e. V., Autor der Richtlinie GEFMA 190 "Betreiberverantwortung im Facility Management"

16:35 Kaffepause
16:45

Haftungsfragen und Verantwortlichkeiten im betrieblichen Umweltschutz

Dr. Manfred Stotz, ehem. Oberstaatsanwalt am Landgericht a.D., Frankfurt

18:00 Ende des Veranstaltungstages
3. Tag
08:45

Chemische und Physikalische Eigenschaften der Stoffe

Schadstoffarten und -klassen, Wirkung der Schadstoffe auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Sachgüter

Dr. Jutta Witten, Hessisches Sozialministerium, Abt. Gesundheit, Wiesbaden

10:00 Kaffepause
10:15

Vorbeugender Brand- und Explosionsschutz
Technische und organisatorische Maßnahmen

Dipl.-Ing. Rainer Heep, ehem. Evonik Technology & Infrastructure GmbH, Leiter Brandschutz Hanau

12:00 Mittagspause
13:15

Geräusche, Lärm

  • Wirkung auf den Menschen; Definition von akustischen Größen
  • TA-Lärm einschließlich physikalischer Grundlagen, Berechnungen, Beurteilung von Geräuschen
  • Messtechnik nach der TA-Lärm, Durchführung der Messung
15:00 Kaffepause
15:15

Erschütterungen
Wirkung auf den Menschen: Messung und Beurteilung

Dipl.-Phys. Andreas Schütte, as Immissionsberatung, Kelkheim

16:00 Kaffepause
16:15

Grundlagen des Abfallrechts, Abfalleinstufung

Vermeidung sowie ordnungsgemäße und schadstofflose Verwertung von Abfall
Beschreibung möglicher Abfallstoffe (umwelterhebliche Eigenschaften, Mengen und Konzentrationen)

Abfallwirtschaft im Kraftwerk
Thermische Verwertung, Reinigung der Abgase

Einsatz von Sekundärbrennstoffen
Bsp. Zementindustrie, Entstehung und Lagerug von Abfall - Bezug zur 4. BImSchV

Dipl.-Ing. Tillmann Küpper, Oberinspektor, Regierungspräsidium Darmstadt, Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt, Wiesbaden

18:00 Ende des Veranstaltungstages
4. Tag
08:30

Genehmigungsverfahren nach dem BImSchG
Anlagenbegriff, Vorgespräche

09:50 Kaffepause
10:00

Antragsunterlagen, Verfahrensablauf, Rechtsschutz

Marion Ruppel, Dezernat 42.2 - Kommunale Abfallwirtschaft/Abfallentsorgungsanlagen;
Regierungspräsidium Gießen

11:00 Mittagspause
11:15

Abwasserprobleme bei BImschG genehmigten Anlagen
Fallbeispiele, z. B. Wasseraufbereitung für Kühlwasser, Betriebswasser sowie der Rauchgasreinigung von Feue-rungsanlagen

Dipl.-Ing. Manfred Szczesny, Merck KGaA

12:15 Kaffepause
13:15

Minderung von Lärmemissionen
Technische Maßnahmen zur Minderung, plan. Instrumente,baulicher Schallschutz bei Industrieanlagen, Fallbeispiele

Walter Baumann, G+H Schallschutz GmbH, Ludwigshafen

15:35 Kaffepause
15:45

Lärmkarten im gebietsbezogenen Lärmimmissionsschutz

Roland Jöckel, Sachverständiger für Schallschutz, Mannheim

17:30 Ende des Veranstaltungstages und Ausgabe der Zertifikate

Termine

Seminargebühren

  • Seminargebühr:
    1.190,00 € MwSt.-frei
    Gem. § 4 Nr. 21a) bb) Umsatzsteuergesetz
In der Gebühr sind ausführliche Seminarunterlagen enthalten.

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